Im Moment fühlt es sich an, als würden wir an einer Weggabelung stehen.
Noch ist nichts entschieden, noch ist vieles offen. Aber wir spüren immer deutlicher, dass sich in den nächsten Monaten einiges verändern wird.
In etwas mehr als einem Jahr würde für unsere kleine Tochter die Schulpflicht greifen. Ein Thema, das uns schon lange beschäftigt und über das wir unzählige Gespräche geführt haben.
Je mehr wir darüber nachdenken, desto klarer wird uns, dass dieser Weg für uns nicht stimmig ist.
Nicht, weil wir gegen Lernen sind. Ganz im Gegenteil. Wir lieben es zu lernen, Neues zu entdecken und über den Tellerrand hinauszuschauen. Aber wir glauben, dass Lernen an so vielen Orten stattfinden kann und nicht an ein Gebäude gebunden ist.
Die letzten Jahre haben uns als Familie viel gelehrt. Vor allem, wie wichtig es ist, auf das eigene Gefühl zu hören.
Und unser Gefühl sagt uns ganz deutlich, dass wir uns den Stress und den Kampf, der hier wahrscheinlich auf uns zukommen würde, nicht mehr antun möchten.
Wir haben in den vergangenen Jahren genug Kraft gelassen. Genug diskutiert, erklärt, hinterfragt und uns immer wieder gefragt, ob wir vielleicht falsch liegen.
Heute fühlen wir das anders.
Es geht nicht darum, gegen etwas zu sein. Es geht darum, für uns zu sein.
Für unsere Familie. Für unseren Frieden.
Für ein Leben, das sich für uns richtig anfühlt.
Deshalb beginnen wir langsam damit, uns auf etwas Neues vorzubereiten.
Die Vorstellung, Reisende zu werden, begleitet uns schon eine ganze Weile. Andere Länder kennenlernen, neue Menschen treffen, verschiedene Lebensweisen erleben und unserer Tochter die Möglichkeit geben, die Welt mit eigenen Augen zu entdecken.
Wenn wir ehrlich sind, freuen wir uns riesig auf diesen Gedanken.
Natürlich wissen wir noch nicht genau, wie das alles aussehen wird. Mal stellen wir uns einen Wohnwagen vor, mal einen Van. An anderen Tagen denken wir über feste Unterkünfte an verschiedenen Orten nach.
Im Moment darf all das noch wachsen, wir müssen noch nicht alles wissen.
Wir müssen nur den ersten Schritt machen und offen bleiben für das, was sich zeigen möchte.
Und genau das tun wir gerade.
Wir stehen im Umbruch.
Und auch wenn noch vieles ungewiss ist, fühlt es sich gleichzeitig unglaublich spannend an.
Vielleicht ist das das Schönste an neuen Wegen: Man weiß nie genau, was hinter der nächsten Kurve wartet.
Aber man spürt, dass man losgehen möchte.

